die sehr verletzend waren.
Vor allem vergangene Nacht.
Nur eines war wirklich sachlich und richtig, was der Hausherr meinte,
nämlich, dass ich ja nun sehr schnell zu Beginn unserer Beziehung
schwanger geworden bin und wir uns vielleicht nie richtig
kennen gelernt haben. Ich meine, wir haben uns natürlich schon
kennen gelernt, aber es gab stets Themen, die absolut unseren Alltag bestimmten:
Zunächst die Schwangerschaft, dann seine Interferontherapie sowie
Geburt und erste Lebensmonate von missy, dann meine Interferontherapie, meine schweren Nebenwirkungen
und weiterhin das Kind bzw. DIE Kinder.
Wahrscheinlich hätten wir tatsächlich einige Jahre Zweisamkeit gebraucht.
Aber es hilft nun mal nichts, es ist jetzt so.
Und natürlich ist es auch von mir ein Grundsatz, nicht nur
wegen eines Kindes eine Partnerschaft aufrecht zu erhalten.
Aber für mich persönlich ist die Tatsache, dass er wegen unserer
gemeinsamen Tochter nicht so schnell 'aufgibt' faktisch eine Chance.
Das nur noch einmal als Antwort auf einen lieben, aber
ernsthaften Kommentar, den ich neulichhier bekommen hab'.
So habe ich also heute das erste Mal gekocht
(es ist mir fast peinlich, aber ich habe in den letzten 5 Jahren
nur zweimal gekocht, und zwar für meinen Exfreund).
Nichts Großes gab's heute, sondern nur Schnitzel.
Aber immerhin, ich halte mich daran, dass hier zuhause
wieder alles normal werden soll.
Auch wenn mich der Hausherr zuvor noch nie hat kochen sehen,
das gehört nun mal zu den Aufgaben einer Mutter und somit auch zur Normalität…
Warum ich so lange nicht gekocht habe?
Das letzte Mal war es ein bunter Nudelauflauf…
und nachdem mein Sohn nicht mehr bei mir leben durfte,
habe ich aus Trotz gesagt,
dass ich mich erst dann wieder jeden Tag
um ein warmes Mittagessen kümmere, wenn der butz
wieder bei mir lebt.
Daran hielt ich mich also, bis auf eine Tomatensuppe
(und einmal irgendwas anderes Kleines), die meinen Exfreund
damals total erfreut hat -das weiß ich noch wie heute-,
weil er ja von meiner Kochverweigerung wusste.
Ja, und vorher?
Tatsächlich war ich vorher, seit ich mit 18 auszog, eine völlig 'normale'
(da ist das böse Wort wieder!) Hausfrau, die jeden verdammten Tag gekocht hat.
So habe ich schon irgendwie auf eine Art Reaktion gehofft, als der Hausherr heute sah (das erste Mal in unserer Beziehung, ich wiederhole es gerne!), dass ich gekocht hab.
Vor allem musste ich mich nicht einmal dazu überwinden
(während der Therapie hätte ich nicht einmal DAS
bisschen Kraft und Antrieb aufgebracht!!),
sondern habe es einfach gemacht,
und es hat mich nicht genervt, gar nicht.
Naja egal, vom Hausherrn kam jedenfalls keine Reaktion.
Aber nachdem er mich letzte Nacht verbal so unglaublich verletzt hat,
hätte es ihm meiner Meinung nach doch mal ein positives Wort
entlocken sollen, auch wenn ich nur
für die Kleine ein Mittagessen gemacht habe?
Dass ich heute für meine Verhältnisse auch ziemlich viel
andere Hausarbeit gemacht habe, soll ihm ja schon
gar keine Reaktion entlocken.
Aber das Kochen war nun mal etwas Besonderes.
Lächerlich, stimmt's?
Sex hatten wir im Übrigen schon wieder
seit 2 Monaten nicht (so ungefähr).
Gegen Ende der Therapie war es mir unmöglich.
Und jetzt bin ich so unglücklich darüber, dass sich NICHTS
wieder einzurenken scheint, dass ich einfach
keine Lust habe und eigentlich nur
die Decke über den Kopf ziehen will.
Und zwar nicht nur nachts.
Wobei, seit gestern hab' ich eh wieder meine Regel,
da denke ich im Allgemeinen eher weniger
über Bettgeschichten nach!
Ich weiß, ich muss "einfach" mit IHM über all das reden
und eigentlich nicht hier …
Achso, eines noch zum Thema 'positive Bestärkung' ;-)
ER hat soeben die Waschmaschine wieder zum Laufen gekriegt, GOTT SEI DANK!!
ICH hab ihn dafür gekobt, weil ich mich ehrlich gefreut habe.
Soll heißen:
ICH mache einfach hartnäckig weiter mit meinem Plan, dann wird ER die Veränderung(en) ganz sicher auch irgendwann bemerken, oder nicht …?
LG
|hepatitis c | ein nachruf|
...und mein Therapietagebuch über die 48 Wochen Interferontherapie:
|therapietagebuch hepatitis c|
Hi,
AntwortenLöschenich gratuliere dir für die Kraft, die du zum kochen gebraucht hast (ich kenne das aus eigenen Erfahrungen mit den Depressionen)!! Männer sind halt so und registrieren kleine Veränderung oft nicht oder nehmen es als Selbstverständlichkeit hin. Ich muss meinem Freund auch oft ein Danke herausleihern indem ich ihm zeige was ich für ihm getan habe und dann einfach sage "Danke liebe Krümel" Dann wiederholt er es und es hilft schon ein wenig.
Ich hoffe dein Männe wird es auch irgendwann zu würdigen wissen. Mein Männe freut es, wenn wir - auch sehr selten - mal Sex haben. Ich weiß er braucht es, ich könnte ohne leben. Aber wir haben einen Kompromiss geschlossen und machen es hin und wieder (wenn es mir nicht allzu schlecht geht).
Wie eure Beziehung angefangen ist, lässt sich nichts mehr ändern. Man muss es so nehmen wie es war. Aber vielleicht findet ihr irgendwann die Zweisamkeit die ihr braucht. Wenn die Gelegenheit kommt nehmt sie!!
LG Steffi
liebe steffi,
AntwortenLöschendas waren ehrliche worte, die mich berührt haben, danke dafür.
mir fällt es sehr schwer, schwierige situationen einfach so anzunehmen, wie sie sind - oder auch, MICH einfach so anzunehmen, wie ich bin.
egal ob dick oder dünn (war ich ja beides schon), egal ob mit lust oder ohne usw.
lg,
schönes wochenende dir, deinem männe und eurer
bezaubernden fellnase :)
sarah